Auf zwei Rädern abgehängt

Die Lücken im Lügder Radwegenetz müssen geschlossen werden

26.08.2020 | Lügde
Jens Gnisa, Stephan Schaper, Ute Schaper und Birgit Platte (v.l.n.r) testen das Radwegenetz. An der Höxterstraße wird es für Radfahrer eng und gefährlich.
Jens Gnisa, Stephan Schaper, Ute Schaper und Birgit Platte (v.l.n.r) testen das Radwegenetz. An der Höxterstraße wird es für Radfahrer eng und gefährlich.

Das Fahrrad wird zu einem immer wichtigeren Fortbewegungsmittel, auch und gerade auf dem Land. Seit die E-Bikes zu erschwinglichen Preisen erhältlich sind, stellen die Steigungen im Weserbergland kein Hindernis mehr da. Der Arbeitsplatz kann selbst bei mittleren Distanzen unverschwitzt erreicht werden.
Während im Umfeld der Metropolen schon Radautobahnen geplant werden, muss Lügde immer noch darauf warten, überhaupt an das NRW-Radwegenetz angeschlossen zu werden. An der Höxterstraße endet der Radweg kurz hinter dem Ortsausgang und die Radfahrer müssen einen teils desolaten Seitenstreifen der Höxterstraße nutzen, die von den Autofahrer mit hohen Geschwindigkeiten befahren wird. Erst an der Harzberger Straße ist ein Radweg vorhanden. 

 Der für die Höxterstraße zuständige Landesbetrieb Straßen.NRW hat zwar schon mehrfach angekündigt, zwischen Lügde und dem Handweiser einen Radweg bauen zu wollen. Die Ankündigungen wurden Jahr für Jahr verschoben. Passiert ist bisher nichts.
Von den Lücken im Radwegenetz haben sich Bürgermeisterkandidat Stephan Schaper, Landratskandidat Jens Gnisa und einige CDU-Mitglieder auf einer Radtour von Lügde über Elbrinxen und Rischenau bis Paenbruch selbst überzeugt. Während Elbrinxen und Rischenau gut angebunden sind, endet die Welt des Radfahrens kurz hinter Biesterfeld in Paenbruch. Die Ortschaft Niese und Köterberg sind nur über die ehemalige B239 zu erreichen, die weder über Mehrzweckstreifen noch über Radwege verfügt. Die südlichen Orte sind praktisch abgehängt, so Stephan Schaper. Straßen. NRW müsse endlich aktiv werden und die Lücken im Radwegenetz schließen, damit das Fahrrad als alltagstaugliches Verkehrsmittel auch zwischen den Ortsteilen und der Kernstadt genutzt werden könne.
Das Fahrrad hat aber auch eine nicht zu unterschätzende touristische Bedeutung erlangt. Tausende machen nicht nur zu Corona-Zeiten Urlaub auf dem Drahtesel in heimischen Gefilden. Der nahe Weserradweg ist der beliebteste Radwanderweg Deutschlands.
Vom Lügder Orsteil Hummersen ist dieser „Jakobsweg“ für Radfahrer nur sieben Kilometer entfernt. Auf Lügder Seite fehlt aber jegliche Anbindung an das Radwegenetz. Zwischen Rischenau, Falkenhagen und Hummersen gibt es keine Radwege, obwohl der Radverkehrsplan des Landes NRW eine Verbindung vorsieht.
Auch der Radverkehrsbeauftragte des Kreises Lippe, Jürgen Deppemeier, sieht hier erheblichen Entwicklungsbedarf. „Der Weserradweg hat so eine hohe Frequenz durch den Freizeitradverkehr, da wäre es interessant zu betrachten ob man davon etwas nach Lippe abzweigen kann.“
Jens Gnisa sieht es genau so: „Wenn wir unsere Region noch besser touristisch vermarkten wollen, dann gehört auch der Radtourismus dazu.“ Als künftiger Landrat werde er sich für einen besseren Ausbau des Radwegenetzes in Lügde und ganz Lippe einsetzen.